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Rum oder Cachaça?

Kenner der Spirituosenwelt sind meist ohne weiteres in der Lage, die Unterschiede zwischen Cachaça und Rum klar zu benennen. Laien hingegen halten letzteres hochprozentige Getränk nicht selten einfach für Rum. Dass dem nicht so ist, zeigt sich in zahlreichen Eigenheiten der beiden Spirituosen, die ihren Ursprung im südamerikanischen Raum haben.

Rum und Cachaça verfügen allerdings über zwei gravierende Gemeinsamkeiten. Diese finden sich in der Herstellung. Es handelt es sich hier um destillierte Alkoholika, deren Gewinnung aus der Zuckerrohrpflanze erfolgt. Beide Spirituosen dürfen zudem weder Aromastoffe, noch zusätzlichen Alkohol enthalten.

Aber wo sind nun die Unterschiede zwischen Cachaça und Rum?

Herkunftsland und Geschmack

Während Cachaça lediglich in Brasilien hergestellt wird und es sich um eine rechtlich geschützte Herkunftsbezeichnung handelt, finden sich Produktionsstätten von hervorragendem Rum in diversen Ländern Südamerikas. Besonders erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang vor allem aber die Karibik. Cachaça ist nicht gleich Cachaça. Er kommt mit vielen Qualitätsunterschieden daher, die sich auch im Geschmack äußern. Beim Rum ist dies ohnehin der Fall. Wird echter Rum an seinem süßlichen Aroma erkannt, zeigt sich der brasilianische Cachaça eher fruchtig und würzig. Dies liegt nicht zuletzt an den kleinen Unterschieden in der Herstellung, auf die hier noch später eingegangen wird.

Rohstoff - kleiner Unterschied beim Zuckerrohr

Während Cachaça aus frischem Saft des Zuckerrohrs, dem sogenannten Garapa, hergestellt wird, kommt bei der Produktion von Rum Melasse zum Einsatz. Melasse stellt ein Nebenprodukt bei der Gewinnung von Zucker dar und ist weniger vom schnellen Verderben betroffen als Garapa, da erhitzt und damit länger haltbar. Garapa muss dagegen innerhalb weniger Stunden verarbeitet werden, wodurch Cachaça als besonders frische Spirituose bezeichnet werden kann. Dennoch gibt es bei der Herstellung von Rum eine Ausnahme, bei der die Spirituose ebenfalls aus dem frischen Zuckerrohrsaft entsteht. Diese Produktionsweise erzeugt den Rhum Agricole und findet sich auf Inseln wie Guadeloupe oder Martinique, die jeweils unter französischer Verwaltung stehen.

Der Alkoholgehalt macht den Unterschied

In Europa erhältlicher Rum verfügt zumeist über einen maximalen Alkoholgehalt von 42 Volumenprozent. Um als echter Rum zu gelten, muss er über mindestens 37,5 % vol Alkohol verfügen, wobei es nach oben hin so gut wie keine Grenze gibt. Anders beim Cachaça. Hier erwarten die brasilianischen Behörden einen exakt zwischen 38 und 48 Volumenprozent liegenden Alkoholanteil. An diese Bestimmung müssen sich alle Produzenten halten. Nur wenn dies der Fall ist, darf die Spirituose die Bezeichnung Cachaça führen.

Pur oder Cocktail - das ist die Frage

Im Tee, im Kaffee, in diversen Cocktails - Rum findet sich in zahlreichen Getränken wieder. Oft wird er natürlich auch pur genossen. Cachaça dagegen bedeutet in unseren Breitengraden eigentlich lediglich eine Verwendung als Zutat für leckeren Caipirinha. Wer sich jedoch schon einmal in Brasilien aufgehalten hat, wird sich mit Sicherheit an die unterschiedlichsten Getränkevariationen erinnern, bei denen Cachaça zum Einsatz kam.

Die Reifung als Qualitätsmerkmal

Die Qualitätsunterschiede beim Cachaça lassen sich nicht zuletzt an der Zeit des Reifens festmachen. Qualitativ hochwertige Sorten haben stets einen Reifungsprozess von Monaten bis Jahren hinter sich. Dabei sind es nicht nur Eichenfässer, die hier zum Einsatz kommen. Auch andere Holzfässer finden Verwendung, was den Geschmack des Endproduktes wesentlich beeinflusst. Handelt es sich jedoch um die billigere Cachaça-Variante, kommt diese ohne Reifungsprozess sofort in den Handel. Rum dagegen reift immer in Eichenfässern. Bevor die Lagerung in Holzfässern beginnt, werden sowohl Cachaça als auch Rum zunächst in Stahltanks befördert, wobei eine Sauerstoffzufuhr stattfindet. Dies ist notwendig, um Begleitalkohole zu zersetzen. Bereits vor diesem Prozess ist an verschiedenen Abweichungen im Aussehen erkennbar, ob es sich um Rum oder eben Cachaça handelt. Um die Gärung der notwendigen Hefestämme schneller in Gang zu bringen, verwenden die Produzenten von Cachaça unter anderem Mehl oder Kleie als Beschleuniger beim Fermentieren. Dies wird bei gutem Rum nicht der Fall sein, obwohl es bei günstigeren Varianten schon mal vorkommt, dass doch Industriehefe zugesetzt wird. In der Regel verwenden Hersteller aber Hefestämme, die selbst gezüchtet wurden.

Der Zucker macht‘s

Ob Zuckerrohrbrand oder echter Rum lässt sich also an zahlreichen Kriterien festmachen. Beim Zusatz von Zucker allerdings ist der Unterschied besonders klar zu erkennen. Während beim Cachaça Destillat eine Zuckerzufuhr bis zu einer Menge von 30 Gramm pro Liter erlaubt ist, muss bei der Herstellung von Rum gänzlich hierauf verzichtet werden. Und dies ohne Ausnahme.

Rum und Cachaça in ihren Anfängen

Als in Brasilien um 1530 die ersten Zuckermühlen auftauchten, war die Geburtsstunde des Cachaça nicht mehr fern. Rum entstand dagegen erst im 17. Jahrhundert, woraus zu schließen ist, dass beide Spirituosen - vor allem in ihren Anfängen - nichts miteinander zu tun hatten. Dass sie heute hervorragenden Rum genießen können, haben Kenner und Liebhaber dabei der aufstrebenden Zuckerindustrie zu verdanken, die in den britischen Kolonien der Karibik damals gegeben war.

Cachaça als Allrounder - Rum für Genießer

Manches im Leben ist bekanntlich pure Geschmacksache. Und so verhält es sich auch bei der Entscheidung zwischen Rum und Cachaça. In unseren Breitengraden meist nur im Zusammenhang mit Caipirinha bekannt und geschätzt, sehen die Brasilianer dies ganz anders. Sie lieben ihren Cachaça, kreieren unter Zugabe des Zuckerrohrbrands die ausgefallensten Getränke und sind auch dem puren Genuss der Spirituose nicht abgeneigt. Nicht umsonst ist das alkoholische Getränk in Brasilien unter anderem unter der Bezeichnung Herzöffner bekannt. Wie genau man dies interpretieren will, ist jedem selbst überlassen. In Deutschland hat sich dagegen der Rum seit langem etabliert. Ob im Grog zur Winterzeit oder als Mixgetränk mit Cola, er findet immer wieder seinen Einsatz. Dabei legen wahre Genießer natürlich größten Wert auf Qualität und greifen zu dementsprechend hochwertigen Produkten. Aber den Cachaça für sich zu entdecken, kann sich lohnen. Denn auch mit ihm lassen sich köstliche Mixgetränke herstellen, die sich immer durch eine besondere Note auszeichnen.

Fazit

Rum und Cachaça ähneln sich vielleicht auf den ersten Blick. Auf den zweiten Blick haben sie jedoch nicht viele Gemeinsamkeiten. Erwähnenswert ist allerdings, dass es in den Vereinigten Staaten noch bis vor wenigen Jahren üblich war, den Cachaça als eine Unterart des Rums zu bezeichnen. Geografische Gemeinsamkeiten der jeweiligen Herkunftsländer sind vorhanden, Aromastoffe dürfen weder Rum noch Cachaça zugefügt werden. Damit sind die Gemeinsamkeiten nahezu erschöpft.

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